Operationen an Lymphknoten

Lymphknoten sind ein Teil des Immunsystems. Sie filtrieren die Gewebsflüssigkeit ("Lymphe") und reagieren auf darin befindliche Krankheitserreger. Auch Tumorzellen hier können aus dem jeweiligen Abflussgebiet eingeschwemmt werden und hängenbleiben. Beginnt eine hier angesiedelte Tumorzelle sich zu vermehren, spricht man von einer Lymphknotenmetastase.

 

Bei der Komplettentfernung von Prostata oder Harnblase werden die Beckenlymphknoten meist routinemäßig mit entfernt. Die hierdurch mögliche Beurteilung des Lymphknotenbefalls hilft einerseits, die Prognose und eventuelle Notwendigkeit weiterer Therapien abschätzen. In geringerem Maße darf durch die Lymphknotenentfernung selbst auch auf eine Verbesserung der Prognose und damit wahrscheinlich auch des Überleben gehofft werden.

 

Der Lymphabfluss des Hodens geht in Richtung der Nierengefäße. Hier finden sich bei Hodentumoren die ersten Absiedelungen (Metastasen) in den Lymphknoten am Gefäßstiel der Niere derselben Seite. Auch diese können mit einer Bauchspiegelung relativ schonend entfernt werden. 

 

Anders als bei den anderen urologischen Tumoren liegen die ersten Lymphknotenstationen bei Krebserkrankungen des Penis nicht im Becken- oder Bauchraum, sondern in der Leiste. 

 

Weiters können so zu diagnostischen Zwecken Lymphknoten praktisch aus dem gesamten Bauch- und Beckenraum gewonnen werden, wenn diese auffällig vergrößert sind und die Ursache hierfür unklar ist.